Fäden der Kulturen und Generationen: Anerkennungspreis für Schülerinnen der Tilman-Riemenschneider-Regelschule


Große Freude an der Staatlichen Regelschule „Tilman Riemenschneider“ Heilbad Heiligenstadt: Die Schülerinnen Bahareh Mohammadi, Vine Jargees und Aishat Alimkhanova wurden für ihre Projektarbeit „Modest Fashion – Muslimische Mode für Frauen zwischen religiöser Identität und modernem Stil erschaffen“ bei der 20. Verleihung des Jugendpreises der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Göttingen mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Im Mittelpunkt der Arbeit stand weit mehr als Mode. Unter dem Titel „Fäden der Kulturen und Generationen“ verband das Projekt kulturelle Bildung, Kreativität und generationenübergreifendes Lernen. Die Schülerinnen setzten sich intensiv mit den Themen Religion, Identität, Tradition und gesellschaftlichem Miteinander auseinander. Gleichzeitig entwarfen sie eigene Kleidungsstücke der Modest Fashion und fertigten diese selbst an. Besonders wertvoll war dabei die Zusammenarbeit mit den Seniorinnen der Nähwerkstatt im Quartier 44. Der Kontakt entstand über die Schulsozialarbeit und die Villa Lampe. Gemeinsam wurde ein Projekt entwickelt, das junge Menschen und Senioren miteinander ins Gespräch brachte. Ohne Vorkenntnisse im Nähen wagten sich die Schülerinnen an ein anspruchsvolles Vorhaben. Mit viel Geduld und Fachwissen vermittelten die Seniorinnen die Grundlagen des Schneiderhandwerks. Die Schülerinnen nähten die Kleidungsstücke anschließend selbst und entwickelten ihre Fähigkeiten Schritt für Schritt weiter. Dabei entstanden nicht nur drei individuelle Kleider, sondern auch viele persönliche Begegnungen und wertvolle Erfahrungen zwischen den Generationen. Der Weg bis zum fertigen Ergebnis war nicht immer einfach. Stoffe wurden aus Tschetschenien beschafft, die Erstellung der Schnittmuster musste aufgrund der politischen Lage im Iran neu organisiert werden und zwischendurch mussten unerwartete Rückschläge bewältigt werden. Mit großem Durchhaltevermögen und viel Engagement arbeiteten die Schülerinnen jedoch weiter an ihrem Projekt und erreichten ihr Ziel. Den Höhepunkt bildete eine selbst organisierte Modenschau, bei der die entstandenen Kleidungsstücke präsentiert wurden. Die Entwürfe zeigten eindrucksvoll, wie religiöse Identität, kulturelle Wurzeln und moderner Stil miteinander verbunden werden können. Mit dem Anerkennungspreis würdigte die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Göttingen das Engagement der Schülerinnen und ihr außergewöhnliches Projekt. Durch die Verbindung von kultureller Bildung, handwerklicher Kreativität und generationenübergreifendem Lernen entstanden nicht nur drei selbst entworfene und genähte Kleidungsstücke, sondern auch wertvolle Begegnungen zwischen Jung und Alt. Die Schulgemeinschaft der Tilman-Riemenschneider-Regelschule gratuliert Bahareh Mohammadi, Vine Jargees und Aishat Alimkhanova herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung. Ein besonderer Dank gilt den Seniorinnen der Nähwerkstatt im Quartier 44, der Villa Lampe, der betreuenden Lehrerin Diana Baumgarten-Kellner, der Stadt Heilbad Heiligenstadt sowie allen weiteren Unterstützern des Projekts.

„Fäden der Kulturen und Generationen“ zeigt eindrucksvoll, wie Schule, Gemeinwesenarbeit und bürgerschaftliches Engagement Brücken zwischen Kulturen, Generationen und Lebenswelten bauen können.